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Stuttgarter Controller-Forum:

Controller nutzen ihre Chancen

(September 2009)

25.09.2009 | Controller Praxis

Controllerwissen ist gefragt - auch von den Controllern selbst. Dies belegte das Stuttgarter Controller-Forum, dessen Veranstalter Horváth & Partners sich sogar über eine Zunahme bei den Teilnehmern im Vergleich zu 2008 freuen durften. Die knapp 400 Teilnehmer ihrerseits erhielten wertvolle Anregungen aus den durchweg interessanten Vorträgen. Wir informieren Sie hier exklusiv über die Highlights des Kongresses und seine zentralen Erkenntnisse.

Controlling als Chance in der Rezession
Das ursprüngliche Leitthema war "Erfolgreiche Steuerungs- und Reportingsysteme in verbundenen Unternehmen". Durch die Entwicklung der Wirtschaftslage hat sich auch der Fokus der Veranstaltung insgesamt sowie der Vorträge verändert, wie Prof. Péter Horváth in seiner Begrüßung deutlich machte. Die Referenten gingen deshalb durchgängig auch auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Unternehmen und die Controlling-Aktivitäten ein.

Der im letzten Jahr eingeführte Länder-Schwerpunkt stellte in diesem Jahr Russland in den Fokus. Neben controlling-spezifischen Informationen erhielten die Zuhörer auch einen faszinierenden Einblick in die menschlich-psychologische Seite einer deutsch-russischen Zusammenarbeit.

Wie bei jedem Controller-Forum gab es wieder ein Spezialforum „Public Management“. Hier fanden die Besucher ein breites Spektrum an Vorträgen aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen, dem Gesundheitssektor sowie Universitäten.

Ein neuer Punkt auf der SCF-Tagesordnung vom 22.- 23.09.2009 war die Verleihung des Péter Horváth-Controllingpreises. Die Péter-Horváth-Stiftung hat diesen Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur praxisorientierten Betriebswirtschaftslehre auf dem Gebiet des Controllings ausgelobt. Erster Preisträger ist Jun.-Prof. Dr. Matthias Mahlendorf von der WHU, der für seine Doktorarbeit „Eskalation des Commitments bei scheiternden Projekten“ ausgezeichnet wurde.

Den ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag von Dr. Markus Merk, dem Weltschiedsrichter der Jahre 2004 und 2005 zum Thema „Sicher entscheiden“.

12 Thesen zur Gestaltung des Reportings
In seiner Einleitung stellte Prof. Péter Horváth zwölf Thesen zur Gestaltung des Reportings auf. Die Thesen sind unabhängig von der Wirtschaftslage gültig, die Krise verstärkt jedoch quasi als Katalysator den Druck zur konsequenten Beachtung.

1. Nach der Rezession ist vor der Rezession; ständige Qualitätsverbesserung des Management- und Controllingsystems ist daher ein Muss. „Hauruck“- Maßnahmen sind zu vermeiden.

2. Reporting im Sinne von Vorsorgung mit entscheidungsrelevanten Informationen ist die Basis der Steuerung in allen Organisationen privat wie öffentlich.

3. Die zu steuernden Organisationen werden wettbewerbsbedingt immer komplexer und internationaler. Verbundene Unternehmen sind die Regel.

4. Angesichts der Volatilität und der Krisenanfälligkeit des ökonomischen Systems ist Früherkennung von Chancen und Risiken der Startpunkt der Steuerung und des Reporting.

5. Schnelligkeit kommt vor Genauigkeit. Daher: Standardisierung und IT-Unterstützung sind unerlässlich.

6. Komplexitätsreduktion ist eine Daueraufgabe.

7. Reporting ist in das Planungs- und Kontrollsystem zu integrieren, wobei strategische und operative Planung eine Einheit bilden müssen.

8. Reporting hat die nationalen Rahmenbedingungen und Besonderheiten zu beachten.

9. Reporting hat neben Management und Eigentümern alle Stakeholder als Informationsempfänger. „Grüne“ Themen werden zunehmen.

10. Reporting legt die Rechnungswesenlastigkeit ab; nicht finanzielle Steuerungsgrößen werden zunehmend im Vordergrund stehen.

11. Die Rolle von Compliance-Reporting wird zunehmen.

12. Der Controller als Koordinator und „Rationalitätssicherer“ wird eine noch größere Rolle spielen.

In den folgenden Vorträgen haben die Referenten diese Thesen häufig bestätigt.

Ausblick

In der nächsten Woche berichten wir an dieser Stelle insbesondere über folgende Vorträge.

  • Zukunftsfähige Controlling-Strukturen in der internationalen Dienstleistungsbranche von Dr. h.c. Klaus Schmidt, Vorsitzender des Vorstands, DEKRA e.V./AG
  • Eskalation des Commitments bei scheiternden Projekten, Dr. Matthias Mahlendorf, WHU – Otto Beisheim School of Management.
  • Finanzielle Steuerung eines mittelständischen Konzerns – Anforderungen an das Controlling, Dr. Peter Zattler, Giesecke & Devrient GmbH
  • Controller in der Krise –Aktuelle Benchmarks aus dem CFO-Panel, Dr. Uwe Michel, Horváth & Partners
  • Management des Controlling-Bereichs – Organisation und Weiterentwicklung, Peter Löhnert, Sick AG

Erschienen unter: http://www.haufe.de/controllerwissen

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