Fachartikel/Interviews

Kostensenkung in Regionalbanken

Der Blick auf die Vertriebsergebnisse zeigt, dass die Banken- und
Weltwirtschaftskrise auch bei den VR-Banken angekommen ist. Die
Entwicklungen seit Oktober 2008 haben den Regionalbanken und
insbesondere Genossenschaftsbanken zwar erhebliche Imageeffekte,
aber in den wenigsten Fällen nachhaltige Ertragseffekte – gebracht.
Sollten sich die Ergebnisse des ersten Quartals in 2009 fortschreiben,
müssen sich Bankmanger auf schwierigere Zeiten einstellen.

Grund ist die weitere Verunsicherung aller Kundengruppen, eine steigende
Arbeitslosigkeit und eine resultierende Kaufzurückhaltung der
Bevölkerung. Darüber hinaus agieren manche Banken – aus den unterschiedlichsten Gründen – mit Angeboten, die zu einer erheblichen
Wettbewerbsverzerrung führen.

Regionalbanken müssen demnach weiter ihre Kosten anpassen, um
ihre Wettbewerbsfähigkeit zu halten und ausreichend Ergebnisse zu
generieren. Antworten werden seit Jahresanfang 2009 auf Verbandsund
Bankebene intensiv diskutiert.

Als ein Lösungsansatz wird die Bündelung der Back Office-Tätigkeiten
in sogenannten Regionalen Service Centern (RSC) genannt. Hier haben
sich bereits erste Anbieter am Markt positioniert, weitere werden folgen.
Seit dem Gesetzentwurf über den Wegfall der Mehrwertsteuer für
Bank-Serviceleistungen zum 01.01.2010 erfreuen sich diese Anbieter
einer regen Nachfrage.

Diese Diskussion vernachlässigt allerdings, dass Outsourcing und
Kooperationen zwar Kostenreduktionen versprechen, aber sicherlich
auch kein Allheilmittel zur Erlangung einer ausreichenden Kosteneffizienz
darstellen. Vielmehr müssen alle Einheiten der Banken und alle
Leistungen systematisch auf Kosteneinsparpotenziale untersucht werden.


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Kipker I.
Erschienen in:  ADG Newsletter 04/2009; Newsletter der Akademie Deutscher Genossenschaften

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