Kapitaleffizienzstudie 2009
Autor(en): Competence Center Controlling & Finanzen
Zeitraum der Studiendurchführung: Juni bis September 2009

Ein effektives Management von Working Capital und Investitionen ist in Krisenzeiten in erhöhtem Maße geboten. Dennoch gelingt es nur einem Teil der Unternehmen, das in Anlage- und Umlaufvermögen gebundene Kapital wirkungsvoll zu steuern und den Einsatz zu optimieren.
Mit dem Management von Forderungen, Verbindlichkeiten, Vorräten sowie Investitionen beschäftigen sich viele Unternehmen bereits seit längerem intensiv, wobei sich der Anwenderkreis keineswegs auf die kapitalintensiven Branchen beschränkt. Alle sind sich einig, dass in Zeiten von "Kreditklemme" und "Liquiditätsfalle" in diesen Bereichen Lösungsansätze zu den aktuellen Problemen zu finden sind.
Allerdings zeigt die Studie, dass die Working-Capital-Erfahrung bei rund der Hälfte der Unternehmen unter fünf Jahren liegt. Zudem oder gerade deswegen wird an traditionellen (rein ergebnis- und umsatzorientierten) Kennzahlen oft festgehalten. Eine tatsächliche Messung der Kapitaleffizienz in den Spitzenkennzahlen ist jedoch nur mit dem Schritt in eine primär wertorientierte Steuerung möglich.
Auch fehlen oft eindeutige Verantwortlichkeiten und die Verankerung in den Incentive-Systemen, obwohl hier mit sparsamen Mitteln ein Bewusstsein für das Thema geschaffen werden könnte. Hieraus können Ideen und konkrete Maßnahmen zu einer Reduzierung des gebundenen Kapitals und damit einer Verbesserung in der Liquiditätssituation entstehen. So ist in der Konsequenz nicht überraschend, dass die mit einem Management des Working Capital in Verbindung gebrachten Potenziale nur selten vollständig gehoben werden können. Nur etwa 5 % der Unternehmen erreichen eine dauerhafte Reduzierung des Working Capital um mehr als 25%.
Der zweite Teil der Studie beschäftigt sich mit den Instrumenten des Investitionsmanagements und ihrer Verankerung in der Organisation. Hier kristallisierten sich überraschenderweise Defizite im Methodenbereich heraus. Monetäre Verfahren werden oft nicht konsequent und zielgerichtet angewandt, qualitative Verfahren meist gar nicht, obwohl diese eine sinnvolle Ergänzung zu den mathematischen Verfahren darstellen können. Auch mangelt es in den Unternehmen an IT-Systemen, die eine Investition durch ihre verschiedenen Phasen – von der Beurteilung bis zu Realisierungs- und Nutzungsphase – durchgehend zu unterstützen vermögen. Darunter leidet logischerweise auch die Qualität von Investitionsplanung und -begleitung: Wie auch schon in den vergangenen Studien zeigt sich erneut, dass Unternehmen die in der Planung ermittelten Investitionsbudgets regelmäßig nicht zu realisieren vermögen. Im schlechtesten Fall bürden sie sich damit bei den bereitgestellten finanziellen Mitteln unnötige Finanzierungskosten auf.
Letztlich zeigen die Studienergebnisse, dass das effektive Management von Working Capital und Investitionen von den Unternehmen durchgehend als wichtig angesehen wird – zunehmend gerade in der jetzigen Phase der unsicheren Finanzmärkte. Oft fehlt es jedoch scheinbar am Bewusstsein für die Thematik oder aber der Fähigkeit, Working-Capital- und Investitionsmanagement in der Steuerung zu verankern, obwohl dies vor allem liquiditätsschwächeren Unternehmen ein speziell in der jetzigen Zeit wertvolles Plus an Stabilität bringen kann.
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Zeitraum der Studiendurchführung: Juni bis September 2009
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